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Von Schlauch zu Pod zu Schlauch

Der Titel sagt ja eigentlich schon alles - ich habe meinen Omni Pod wieder abgegeben!

Meine Pumpenkarriere begann in meiner Teenagerzeit mit einem der guten alten Medtronic Paradigm Modelle. Als Teenager ist man ja meist alles andere als einfach und meine Pumpe und ich wurden keine großen Freunde. Nach etwa einem Jahr lag sie in der Ecke. Meine Mutter hat sie mir vor ein paar Monaten mit meinen restlichen, alten Dia-Sachen in die Handgedrückt und gesagt ich solle ausmisten. Und siehe da: Sie funktioniert immer noch! (Ich konnte nicht anders als es zu testen ;) )

Irgendwann habe ich dann eingesehen, dass eine Pumpe die richtige Entscheidung ist. Es kam die Deltec Cozmo, das gute Stück! Sie sieht inzwischen, nach 5 Jahren, derbe ramponiert aus aber auch sie läuft (theoretisch) noch. Da die Produktion aber eingestellt wurde und auch das Zubehör bald nicht mehr zu bekommen ist, musste ich mich im letzten Jahr für eine Neue entscheiden.

Letztendlich hab ich mich für den Omni Pod entschieden. Einfach weil ich es mal ohne Schlauch probieren wollte, weil ich keine Lust mehr hatte ständig die Pumpe irgendwo unter zu bringen. Auch, weil die Zubehörtaschen für die Cozmo (Meine Liebste war die BH Tasche) einfach immer kaputt gegangen sind, die KK pro Jahr aber nur 2 davon übernimmt. Benötigt hätte ich mindestens 6. Ich war also genervt und wollte etwas freieres. Ist ja machbar. Die Zusage für den Pod kam und ich war Aufgeregt wie ein kleines Kind. Gleichzeitig hab' ich dann nochmal im Jakobi Krankenhaus in Rheine eingecheckt zur Schulung. Wenn schon denn schon. Der erste Dämpfer kam schon an Tag 1. 3 Verstopfungsalarme hintereinander und eine Diabetesassistentin, die vom Pod nichts hielt. Klasse. Die Dame bei Ypsomed an der Hotline hat mir dann am nächsten Tag wieder Mut gemacht: Die kaputten Pods werden ersetzt. Alles ist gut!

Letztendlich war gar nichts gut. Die ersten Monate waren Traumhaft, ich bin ja auch kein Mensch der sofort aufgibt (Jedenfalls rede ich mir das ein)! Die Alarme wurden weniger, ich wusste irgendwann wie ich den Pod behandeln musste, wo die passenden Setzstellen sind und wo nicht.

Die Stellen, an denen ich den Pod nicht setzen kann, überwiegen hier ganz klar:
- Arme: Keine Chance. Wahlweise habe ich nach 2 Tagen wahnsinnige Schmerzen oder ich treffe direkt eine Ader bzw. das Insulin kommt nicht durch.

- Rücken/Flanke: Verstopfungsalarm! Noch kein Pod hat hier länger als 1 oder 2 Stunden überlebt.

- Beine: Waren schon beim Pen tabu. Adertrefferquote: 100%. Wenn man die blauen Blutgefäße schon zählen kann, wenn man sich die Oberschenkel nur anguckt, ist das ein klares Zeichen für nicht ausreichend Fettgewebe (Was nicht heißt, dass das nicht genug wäre ;) Nur mehr an der Unterseite ;D).

- Viele tragen den Pod an der Wade oder dem Unterarm. Wade ist bei mir das Gleiche wie beim Oberschenkel. Unterarm geht - ich bevorzuge aber Tattoos auf meinen Unterarmen ;) Der Platz ist also begrenzt und es gibt wenig Stellen, die wirklich brauchbar sind bei mir ohne auf rotes Gold zu stoßen. Und jedesmal den Pod wechseln musste zwar sein - eigentlich sollte man aber schon mit 12 Paketen im Jahr auskommen…

Hinzu kam, dass ich Morgens regelmäßig mit unerklärlich hohen Werten aufwachte. Mal war alles gut, mal ein totales Desaster und ich wusste einfach nicht warum, bis mir irgendwann was auffiel. Immer, wenn ich Morgens auf dem Pod aufgewacht bin, war der Wert stark erhöht. Aha. Er geht danach immer schnell wieder runter, völlig unproblematisch. Es scheint einfach so, als ob das Insulin dann nicht vollständig dort ankommt, wo es arbeiten soll. Oder so.

Ich wurde sportlicher, wollte mich gesünder ernähren, mehr für mich tun. Allerdings: beim Ausdauersport rutschte des Öfteren die Kanüle raus (Joggen, Radfahren). Beim Krafttraining störte der Pod bei gewissen Übungen einfach maßlos.

Ich war irgendwann wieder nur noch genervt. Wenn man jeden Tag mit etwas arbeitet, dass einen eigentlich nur noch ankotzt, dann macht es wirklich keinen Spaß mehr. Zum Ende hin habe ich den Pod immer öfter einfach weggelassen und bin für ein paar Tage auf Pen umgestiegen - da wusste ich wenigstens das irgendwo im Körper Insulin rumschwimmt. Derzeit komme ich mit dem Pod nämlich im Schnitt auf eine Ketoazidose pro Woche. Und das kann ich im Endspurt meines Studiums einfach nicht gebrauchen.

Als ich meinen Arzt nach einem Wechsel fragte sagte dieser, dass ihn das nicht überrasche: Die Technik des Pods sei einfach unausgereift. Aber das stimmt nicht! Der Omni Pod funktioniert einwandfrei, wenn man weiß wie man mit ihm Umzugehen hat. Ich hatte kaum technische Probleme, abgesehen von Startschwierigkeiten (Inzwischen weiß ich, wie ich das PDM zu halten habe, damit es direkt eine Verbindung zum Pod hat. Ich weiß wie ich den PDM richtig bediene. Ich kann den Pod im Zweifelsfall manuell deaktivieren). Das Argument, dass die Technik unausgereift sei, sehe ich für mich nicht. Ich war absolut zufrieden! Mein Problem ist die Kürze der Kanüle. Mit der Cozmo hatte ich die langen 17mm Kanülen (45° Winkel) (Zugegeben 13mm hätten vermutlich auch gereicht, aber da habe ich nie drüber nachgedacht), der Pod kommt hier lediglich auf 9mm (45° Winkel). Und ich bin nun mal kein Size Zero Modell. Bei mir wackelt und schwabbelt auch mal was und das scheint dem Pod nicht so richtig zu gefallen. Vielleicht ist es auch zu viel "Masse". Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich solche Probleme bei meiner Cozmo in dem Maße nicht hatte.

Übrigens: Meine neue Pumpe ist die Animas Vibe ;) Der Wechsel verlief - bezogen auf die Krankenkasse - so dermaßen unproblematisch, dass man vielleicht lieber nicht darüber reden sollte. Abholen darf ich sie allerings erst am 27.06. - vorher fliegen der Pod und ich noch in den Urlaub. Und die 12 Pods die hier noch rumliegen, wollen auch noch aufgebraucht werden, bevor ich den PDM wieder abgebe ;)

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